ERDOĞAN WILL EUROPAS LANDKARTE ÄNDERN UND KÖNNTE DAFÜR SELBST EINEN KRIEG IN KAUF NEHMEN

by on 29 Μαρτίου 2018

Prächtig verstanden haben sich die Türkei und Griechenland noch nie. Doch so schlecht wie jetzt waren die Beziehungen auch selten. Der Grund: der türkische Präsident Reccep Tayyip Erdoğan. Der Machthaber von Ankara würde am liebsten die Grenzen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer verschieben und nach Öl- und Gasvorkommen greifen, die vor der Küste Zypern vermutet werden. Das Problem: Viele kleine griechische Inseln stehen ihn im Weg. Das möchte Erdoğan ändern. Notfalls auch mit Gewalt.

In den vergangenen Wochen hat sich die Lage zugespitzt. Vor allem um zwei unbewohnte Inseln unweit des türkischen Festlands, die Griechenland Imia nennt und die Türkei Kardak, entzündet sich der jüngste Konflikt. Im Februar rammte ein türkisches Schiff ein Boot der griechischen Küstenwache. Zudem versperrten türkische Kriegsschiffe einem Bohrschiff des italienischen Energiekonzerns Eni den Weg.

Der türkische Präsident Erdoğan heizt Konflikt an

Ende Februar verhaftete die Türkei zwei griechische Grenzsoldaten, die bei einer Patrouille versehentlich türkisches Gebiet betreten hatten. Anders als  früher kamen sie nicht kurz darauf wieder frei. Griechenlands Verteidigungsminister Panos Kammenos glaubt, sie seien „Geiseln“ der Türkei.

Athen zählte laut „Standard“ am vergangenen Donnerstag 21 Flüge türkischer Kampfjets im griechischen Luftraum. 56 waren es allein am 6. März. 

Erdoğan heizt den Konflikt mit Drohgebärden weiter an. Wer die türkischen Aktionen nur als Bluffs oder leere Rhetorik abtue, begehe einen folgenschweren Fehler, warnte er laut der griechischen Zeitung „Ekathimerini“. „Wir werden definitiv eine Großtürkei errichten — notfalls werden wir sterben, notfalls werden wir andere Leben nehmen.“

Erdoğan will insbesondere den fast hundert Jahre alten Vertrag von Lausanne ändern. Griechenland und die Türkei hatten sich darin auf gemeinsame Grenzen festgelegt, die noch heute Bestand haben. Als Verlierer des Ersten Weltkriegs musste die Türkei damals schmerzhafte Zugeständnisse machen.

Die Türkei fühlt sich stark genug

Jetzt fühlt sich Erdoğan offensichtlich stark genug, um Griechenland wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen. Erst vor kurzem gelang der türkischen Armee mit der Einnahme der syrisch-kurdischen Hochburg Afrin ein Achtungserfolg. Sollten die Konfliktparteien wie erwartet bald über die Zukunft Syriens verhandeln, wird die Türkei eine zentrale Rolle spielen. In einem Krieg hätte ein militärisch unterlegenes Griechenland viel mehr zu verlieren als die Türkei. Trotzdem weigert sich Griechenland vehement, einen Teil seiner Inseln dem mächtigen Nachbarn zurückzugeben. „[Der Vertrag] hat keine Lücken“, sagte Griechenlands Präsident Prokopis Pavlopoulos. „Es sind weder Änderungen noch Updates nötig.“

Noch scheuen sich die Spitzen der Nato, in den Streit einzugreifen. Dabei könnte der Konflikt rasch eskalieren. Das sieht auch Griechenlands Verteidigungsminister Kammenos so, wie der „Standard“ berichtet. „Wir sind sehr nahe an einem fatalen Unfall“, sagte er.

Ab– businessinsider

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